Wie funktionell ist Softwarechrome?

Seit gestern bietet Google ihren hauseigenen Browser zum Download an. Neugierigerweise testete ich ihn um zu sehen, was er eben so kann und nicht kann.

Kurzmeinung: Chic ist er, aber einige Funktionen fehlen mir.

Die Setupdatei ist unter 500kb groß, muß dann aber noch 22mb nachladen. Beim installieren gibt es eine umfangreiche Lizenzvereinbarung zu lesen, die ich dann auch etwas genauer überflog. Steht bei einer Installation oben gpl darüber, weiß ich, das alles ok ist. Bei google allerdings bin ich etwas vorsichtiger. Sie sagen, sie sind nicht böse, aber was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.

Das Browserfenster ist schlicht.
Es gibt kein Hauptmenü. Es gibt keine für mich überflüssige Zeile mit Icons, die ich nicht brauche. In der URL-Zeile sind Zurück, Vor, Neuladen, Lezezeichen und 2 Optionenknöpfe eingebaut. Damit ist der fest verbaute Bereich nur 80px hoch, was sehr sparsam ist.

Öffne ich mehrere Tabs, werden die klassisch nach Karteireitern aussehenden Schaltflächen immer schmaler, bis erst die schriftlihe Bezeichnung der Seiten, dann aber auch die Icons der seiten verschwinden.
Spätestens jetzt ist diese Sparsamkeit etwas fragwürdig, da der Seitenname, der andernorts im Fensterrahmen des Browsers geschrieben steht, hier nirgends mehr auftaucht.
Selbst wenn ich dann Tabs schließe, werden die übrigen und sehr schmalen Tabs nicht immer auf die volle Breite gestreckt.
Kleinigkeiten... Was gibts noch?

Die meisten Shortcuts sind die üblichen. Die Browservoreinstellungen sind ganz ok. Aber viel einzustellen gibt es auch nicht.

Als erstes vermisse ich meine Mausgesten, für die ich im Firefox ein wunderbares Plugin habe, die im Opera rudimentär funktionieren, und die hier völlig Fehlen.

Danach vermisse ich das Adblock Plugin. Ich wußte gar nicht mehr, wie werbeüberladen viele Seiten doch sind.
Als drittes vermisse ich einen RSS Reader. Feeds werden als unformatierter Text dargestellt. Eine Nachfrage nach einem externen Feedreader fehlt aber ebenso. Schade aber auch.

Beim Firefox habe ich es zu schätzen gelernt, das ich auch kürzlich geschlossene Tabs wieder öffnen kann. Beim Chrome geht das auch (noch nicht).

Die Ziele von Links werden in einer bei Bedarf eingeblendeten Fußzeile angezeigt. Das ist dezent und brauchbar.

Vom Opera wurde die Fähigkeit übernommen, das auf der Startseite die meistgenutzten Homepages angezeigt werden. Wo man beim Opera aber noch selbst Hand anlegen muß/darf/kann, wird beim Chrome das ganze automatisiert und die letzten besuchten Seiten kommen auf den Servierteller.

Mein Fazit zum Google Chrom ist folgendes. Optisch spricht er mich an. Er ist gut überlegt in seinem schlichten Layout. Aber so lange da nicht noch einige Funktionen kommen, komme ich noch nicht in die Verlegenheit ihn oft als Standard benutzen zu wollen. Der Firefox ist so flexibel, das ich die Vorteile vom Chrome auch bekomme, und noch einen ganzen Schwung mehr. In der nächsten Version allerdings kann es da sehr spannend werden.