Matthias Hermsdorf postete am 2011-09-16 20:47 in

3/5 *
Kurz: Der Akku ist gut, dieSolarzellen sind zu schwach.
Lang:
Das Paket besteht aus einem Netzteil, einem Akku, einer Solarzelle und einem Haufen Adapter für alles und jedes.
Die Aufgabe bei mir ist es unterwegs das Smartphone mit Strom zu versorgen. Es geht, könnte aber besser sein. Das Netzteil gibt über einen der Adapter auch Micro-USB-Strom aus. Allerdings ist es so wenig, dass mein Telefon das Gerät im Sekundentakt neu findet und es wieder verliert. Den Akku kann man innerhalb von 3-4 Stunden damit laden und mit dem wiederum das Telefon. Das ist etwas umständlich, aber es geht. Ich habe den Akku mit dem Netzteil während einer Tagestour beim Kanuverleih abgegeben und das Telefon unterwegs dabei gehabt und am Abend im Zelt geladen. Steht nich hin und wieder eine Steckdose zur Verfügung, muss die Solarzelle ran. Sie ist zu schwach, um das Smartphone direkt zu laden. Den Akku lädt sie auch nur zum Teil. Die Beschreibung sagt, dass nach 8 Stunden der Akku zu einem Drittel geladen ist. Sie verschweigt aber, dass der Akku auch nach 20h Sonne immer noch bei einem Drittel ist. Nach einem Tag in der Sonne bekomme ich das Handy so von 5% auf 25% geladen. Besser geht es da noch drn Solarakku aller 2 Stunden in das Handy umzuschaufeln. Damit bekomme ich das Telefon auf immerhin 50% Ladung. Danach passiert beim Laden auch nichts mehr. Wehe es kommt ein Schattentag.

Wäre die Solarzelle leistungsstärker würde der Powermonkey gut Sinn machen und ich würde mein Telefon auch zuhause damit laden. So aber sollte man abwägen, ob es sinnvoller sein kann, doch das eigene Netzteil und 2-3 Ersatzakkus für das Telefon mit zu nehmen. Das könnte leichter, billiger und stressfreier sein. Ständig an die optimale Position der Zelle, dem Kompromissladezustand des Solarakkus und dem erneuten Laden des Handys denken zu müssen ist lästiger, als aller paar Tage mal den Akku zu wechseln und alle zu laden, wenn man wieder dazu kommt.


Matthias Hermsdorf postete am 2011-09-15 16:56 in Polen, Reisebericht
Vollmond

Wir lagern hier den dritten Abend am Südufer des Jez. Sajno. Am Ostufer verläuft ein Damm mit einer Strasse und der Zuglinie Bialystock Suwalki. Gestern Abend fuhr vor einem farbig beleuchteten Abendhimmel ratternd ein zweiteiliger Zug vorbei. Der Zug und die Wolken spiegelten sich im See. Richtung Augustow ist ein unbeschrankter Bahnübergang. Auf dem Damm hat der Zug zweimal gehupt. Und fuhr weiter.

Die Szene erinnerte mich stark an Chihiros Reise ins Zauberland. Dort ist Chihiro mit eben so einer Bahn übereinen See gefahren.


Matthias Hermsdorf postete am 2011-09-15 14:09 in gefrickel
eine neue Deckenlampe

Im Schlafzimmer hängt jetzt die neue Lampe. Die Konstuktion und Verkabelung ist alles Eigenbau.
Interessant sind folgende Punkte.

Die Glühbirnen (Hochvolthalogen) werfen Schatten von Glühbirnen an die Wand, bei denen man
denken könnte, dass sie aus sind. Sind sie aber nicht.
Die Birnen hängen senkrecht nach unten . 15cm tiefer hängt der gespannte Stoff. Auf diesem Bildschirm kann man aus der Entfernung "Osram" und "42W" lesen. Glühbirnen ohne diese Aufschrift sieht man aber selten. Ok, its not a bug, its a feature.


Matthias Hermsdorf postete am 2011-09-15 11:48 in Polen, Reisebericht
Wolken ziehen auf über dem Jez Sajno

Frisches Apfelmus vom Baum oberhalb unseres Platzes, dichte Fischschwärme sonnen sich in der Bucht am Steg, Franzi thront auf ihrem Königinnensitz, von gestern übrig gebliebenes Feuerholz wartet auf seine Verbrennung heute Abend. Vorgestern sind wie hier angekommen. Übermorgen fahren wir. Nachmittag von Augustow über danach nach Wroclaw und dann nach hause nach Dresden.


Matthias Hermsdorf postete am 2011-09-13 20:24 in Polen, Reisebericht
der Blaue Pfad - siehst du ihn?
der Blaue Pfad - Es gibt ihn wirklich!

Als Wanderwege markierte Routen sind hier in Polen bestenfalls Wildpfade. Was ich so unter einem Wanderweg verstehe, ist hier schon mindestens eine Fahrradroute.
Heute folgten wir für sieben Stunden dem blau markierten Wanderweg. Der letzte Wanderer vor uns muss der Typ gewesen sein, der die Markierung vor fünf Jahren an die Bäume gemalt hat. Mehr als fünf Kilometer war dieser Weg am Ufer des Sees nicht lang, dafür völlig überwuchert. Für ein Tourismusgebiet ist hier erstaunlich wenig los, abseits der Hauptwege.


Matthias Hermsdorf postete am 2011-09-13 11:02 in Polen, Reisebericht
Abendstimmung auf Dauercamperzeltplatz

Letzte Nacht kostete uns 16 Sloty. Dafür bekamen wir ein schlimmes Plumsklo, unangenehme Musik zum Frühstück, einen Wald fast ohne Brennholz, einen Wasseranschluss ohne Trinkwasser und, am schlimmsten von allem, einen Platz mit Dauercampern.
Wir haben trotzdem ein Lagerfeuer gemacht und Knüppelkuchen gegessen.

Rezept:
Mehl+2Eier+Salz+Milchpulver+Wasser+Hefe(Pulver) verrühren, bis alles eine zähe Masse ergibt, die sich an Knüppel pappen läßt.
Milchpulver und Zucker sind optional. Es soll ja Eierpulver geben- Das sollten wir nächstes Mal vorher kaufen. Mit Trockenhefe statt frischer hat man einen haltbare Zutaten für einen Teig. Wenn dann noch Holz in der Nähe ist, ist auch das Backen leicht möglich.


Matthias Hermsdorf postete am 2011-09-13 10:10 in
Waldweg

Birkenrinde ist der beste natürlich vorkommende Lagerfeueranzünder, der erhältlich ist. Wichtig ist die oberste 2mm paperierartige Schicht.
Nur warum stehen in diesem Wald nur Kiefern???


Matthias Hermsdorf postete am 2011-09-10 17:00 in Polen, Reisebericht
Notizen schreiben
Bahnhof Augustow
Bahnhof Augustow

Irgendwann hatte ich die Leute vom PTTK Camping in Stary Folwark ans Telefon bekommen. Sie haben uns dann zwei Stunden später an der Sluza Przewiez abgeholt und brachten uns zum Bahnhof von Augustow.
Rein informativ wollten wir eine Verbindung von hier über Wroclaw nach Dresden inklusive Preis erfahren. Vorsorglich hatten wir die Orte und ein Datum auf ein Blatt geschrieben. Die Frau am Schalter saß hinter einer vergitterten Glasscheibe an einem Sprellakarttisch und begann sofort in einem Fahrplanbuch zu blättern. Von hier nach Bialystock. Dann weiter nach Warszawa, weiter nach Wroclaw. Auslandsverbindungen enthielt ihr zerblättertes Buch nicht. Sie griff zum Hörer und rief irgendwo an und fragte nach der Verbindung. Dann gab sie auf. Ankunft 18:48 bei Abfahrt des Anschlusses 18:15 geht nicht. Ihr zweiter Versuch begann mit dem Zug 15:45 von Augustow und führte mit dem Nachtzug nach Wroclaw. Sie wußte noch, dass der nächste Zug nach Dresden 7:15 losfahren würde, aber nicht, wann der ankommt.
Einen Preis konnte sie nur bis nach Wroclaw sagen, denn der deplaziert wirkende Touchscreen auf ihrem Tisch kannte auch nur Inlandsverbindungen.


Matthias Hermsdorf postete am 2011-09-10 15:03 in Polen, Reisebericht
Würfeln
Sturmstimmung auf dem Biale Augustowski
Sturmstimmung auf dem Biale Augustowski

Ein aufkommender Sturm bringt das beste Licht für Fotografien.
Wir sind gerade an der Sluza Przewiez. Über den Jez. Studzieniezne haben wir uns heute schon gequält. Gegenwind, Wellen und kein Spaß. Durch die Schleuse haben wir uns noch fahren lassen, direkt am Auspuff eines Touristensdampfers. Auf dem dahinter kommenden Jez Biale hätten wir noch 8 Kilometer fahren wollen, und dann unser Kanu abgegeben. Aber wenn bei jeder dritten Welle Wasser ins Boot schwappt, das all unser Hab und Gut enthält, dann muss das nicht sein.
Wir haben am Ufer des Touristendings unser Boot angelegt und unterhalb der ganzen Miethütten unser Zelt aufgeschlagen. Erstmal etwas essen. Wir haben gekocht. Niemand kam um uns zu vertreiben.


Matthias Hermsdorf postete am 2011-09-09 11:10 in Polen, Reisebericht
eine Schleuse

Ich weiß nicht, für was für Schiffe dieser Kanal ursprünglich gebaut wurde. Aber egal wie es war, Sie passen in kein heutiges Konzept.
Der Kanal ist kaum acht Meter breit und nicht sehr tief. Für Frachtschiffe reicht das nicht, für den Tourismus schon. Für den könnte es aber ein bischen mehr Ausschilderung sein.

Daher sind wohl die ersten vier Schleusen, die wir passierten, im Umbau. Von den alten Anlagen ist nichts mehr übrig als ein Loch im Boden. Mal sehen was daraus wird. Die nächsten zwei sind noch alt. Interessanterweise sind sie vollständig Handbetrieben. Der Schleusenwärter dreht selbst die Ventile auf und zu und schiebt die Tore, wie ein Bergtroll am Schwarzen Tor beim Herrn der Ringe, mit seiner eigenen Kraft und seinem eigenen Gewicht auf.
In Mecklenburg bezahlen nur große Schiffe für die Schleusen, die kleinen kommen so mit durch. Hier gibt es keine großen. Für die Kleinen kostet es dann 8 Sloty = ~2 €. Das ist ok für dieses kleine Spektakel.

Vermisst habe ich aber, wenn schon Kanus und Kajaks die Zielgruppe sind, an den Stegen vor der Schleuse, die Möglichkeit, die Boote zu befestigen. Griffe und Poller wären dafür optimal. Vielleicht gibt es nach dem Umbau ja welche.

Bis nach Augustow ist es noch eine Schleuse. Mal sehen, wie die wird.

Inhalt abgleichen