Bahninformation auf Polnisch

Datum: 
2011-08-10 17:00
Reise: 
Polen 2011

Irgendwann hatte ich die Leute vom PTTK Camping in Stary Folwark ans Telefon bekommen. Sie haben uns dann zwei Stunden später an der Sluza Przewiez abgeholt und brachten uns zum Bahnhof von Augustow.
Rein informativ wollten wir eine Verbindung von hier über Wroclaw nach Dresden inklusive Preis erfahren. Vorsorglich hatten wir die Orte und ein Datum auf ein Blatt geschrieben. Die Frau am Schalter saß hinter einer vergitterten Glasscheibe an einem Sprellakarttisch und begann sofort in einem Fahrplanbuch zu blättern. Von hier nach Bialystock. Dann weiter nach Warszawa, weiter nach Wroclaw. Auslandsverbindungen enthielt ihr zerblättertes Buch nicht. Sie griff zum Hörer und rief irgendwo an und fragte nach der Verbindung. Dann gab sie auf. Ankunft 18:48 bei Abfahrt des Anschlusses 18:15 geht nicht. Ihr zweiter Versuch begann mit dem Zug 15:45 von Augustow und führte mit dem Nachtzug nach Wroclaw. Sie wußte noch, dass der nächste Zug nach Dresden 7:15 losfahren würde, aber nicht, wann der ankommt.
Einen Preis konnte sie nur bis nach Wroclaw sagen, denn der deplaziert wirkende Touchscreen auf ihrem Tisch kannte auch nur Inlandsverbindungen.

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Bahnhof Augustow
Bahnhof Augustow

das schlechteste Wetter bringt das beste Licht

Datum: 
2011-08-10 15:03
Reise: 
Polen 2011

Ein aufkommender Sturm bringt das beste Licht für Fotografien.
Wir sind gerade an der Sluza Przewiez. Über den Jez. Studzieniezne haben wir uns heute schon gequält. Gegenwind, Wellen und kein Spaß. Durch die Schleuse haben wir uns noch fahren lassen, direkt am Auspuff eines Touristensdampfers. Auf dem dahinter kommenden Jez Biale hätten wir noch 8 Kilometer fahren wollen, und dann unser Kanu abgegeben. Aber wenn bei jeder dritten Welle Wasser ins Boot schwappt, das all unser Hab und Gut enthält, dann muss das nicht sein.
Wir haben am Ufer des Touristendings unser Boot angelegt und unterhalb der ganzen Miethütten unser Zelt aufgeschlagen. Erstmal etwas essen. Wir haben gekocht. Niemand kam um uns zu vertreiben.

Würfeln
Sturmstimmung auf dem Biale Augustowski
Sturmstimmung auf dem Biale Augustowski

Schleusen

Datum: 
2011-08-09 11:10
Reise: 
Polen 2011

Ich weiß nicht, für was für Schiffe dieser Kanal ursprünglich gebaut wurde. Aber egal wie es war, Sie passen in kein heutiges Konzept.
Der Kanal ist kaum acht Meter breit und nicht sehr tief. Für Frachtschiffe reicht das nicht, für den Tourismus schon. Für den könnte es aber ein bischen mehr Ausschilderung sein.

Daher sind wohl die ersten vier Schleusen, die wir passierten, im Umbau. Von den alten Anlagen ist nichts mehr übrig als ein Loch im Boden. Mal sehen was daraus wird. Die nächsten zwei sind noch alt. Interessanterweise sind sie vollständig Handbetrieben. Der Schleusenwärter dreht selbst die Ventile auf und zu und schiebt die Tore, wie ein Bergtroll am Schwarzen Tor beim Herrn der Ringe, mit seiner eigenen Kraft und seinem eigenen Gewicht auf.
In Mecklenburg bezahlen nur große Schiffe für die Schleusen, die kleinen kommen so mit durch. Hier gibt es keine großen. Für die Kleinen kostet es dann 8 Sloty = ~2 €. Das ist ok für dieses kleine Spektakel.

Vermisst habe ich aber, wenn schon Kanus und Kajaks die Zielgruppe sind, an den Stegen vor der Schleuse, die Möglichkeit, die Boote zu befestigen. Griffe und Poller wären dafür optimal. Vielleicht gibt es nach dem Umbau ja welche.

Bis nach Augustow ist es noch eine Schleuse. Mal sehen, wie die wird.

eine Schleuse

Trübes Wasser

Datum: 
2011-08-08 13:34
Reise: 
Polen 2011

Die Czarna Hancza war kristallklar. Man konnte in 2m Tiefe die Muscheln auf dem dunklen Grund anschauen, wenn nicht gerade Seegras alles vollwucherte. Die Ufer des sumpfigen Gebiets waren hinter dem Schilfgürtel schwer aus zu machen. Die Baumgruppen am Ufer standen oft im Wasser und Seegras wuchs dazwischen.

Mit dem Abzweig zum Augustowkanal wurde das anders. Das Wasser ist trüb und grün, Algen so weit das Auge reicht. Und das ist hier nur sehr kurz. Die Algen überwuchern die Stengel des Schilfs und in den Seen bleiben nur tote Untiefen zurück.

Sobald die vier Schleusen, die wir überwunden haben, wieder einsatzbereit sind, kommt vielleicht etwas mehr Bewegung in das Wasser. Aber darauf folgt noch mehr Tourismus und noch mehr Duschbad und Sonnencreme im schäumenden Wasser.

das klare Wasser der Czarna Hancza
das trübe Wasser des Augustow Kanals

Da fährte man 1000km und trifft man Leute aus der Nachbarstraße.

Datum: 
2011-08-07 22:49
Reise: 
Polen 2011

Nachdem wir die erste Nacht für uns verbacht haben, legte wir am zweiten Abend an einen noch leeren Platz an. Ein Vierergrüppchen Kajaker, die wir bis dahin schonmal gesehen hatten und die deutsch sprachen, kam wenig nach uns und überlegten, ob sie auch hier Übernachten. Wir bestärkten sie darin. Es war der erste Platz nach einer längeren verschilften Strecke und ich hatte die These, dass es hier voll werden könnte, weil wohl genug Leute die letzten Kilometer auf den nächsten kommenden Platz gehofft hatten.
Ich hatte ja keine Ahnung, wie recht ich haben würde. Am Abend hatten dann 13 Boote mit 26 Personen angelegt, und zwei sind noch hundert Meter weiter gefahren, weil es ihnen zu voll war.
Die vier heissen Elisa, Jojo, Holger und Martin, und wohnen momentan in Berlin, Potsdam oder eben Dresden. Man kennt die selben Orte, ihre Ausrüstung sieht unserer recht ähnlich, und jetzt, am nächsten Abend saßen und 27 km später, saßen wir wieder gemeinsam am Lagerfeuer.

Das ersehnte Gewitter ist wohl leider vorbei gezogen. Es donner nicht mehr. Schwül warm ist es aber immer noch.

die Vier
Steg mit Autositzen und Enten

Biwak

Datum: 
2011-08-07 22:28
Reise: 
Polen 2011

Entlang des Flusses gibt es sehr viele Biwakplätze, Pole Namiotowie, die hier meist eine gemähte Wiese, überdachte Sitze mit Tisch, eine Lagerfeuerstelle und ein Plumsklo in hundert Meter Entfernung beinhalten. Der größte Teil des Flusses verläuft durch Privatgrund und einige machen sich den Tourismus zum Nebengeschäft. Am Abend oder am Morgen kommt der Eigentümer vorbei, tauscht den Müllbeutel, hat manchmal eine Axt zum Holzhacken dabei oder wischt die Bänke ab und kassiert dann im Durchschnitt 6 Sloty. Das ist ganz ok, so sind die Schlafplätze immer sauber und ist für entsprechen 1,75€ pro Person auch gut bezahlbar.
Am ersten morgen kam ein Bauer mit Gummistiefeln über die überflutete Weide gestapft, plapperte auf polnisch los, konnte keine andere Sprache und sagte seine Worte immer wieder.
Wir kannten das Prozedere noch nicht. "Da könnte ja jeder kommen", sagten wir uns und packten erstmal zusammen.
Mit der Zeit wurde uns klar, dass er 20 Sloty haben will, ein horrender Preis dafür, dass dieser Platz wenig mehr als eine sumpfige Wiese mit Badestelle zu bieten hatte. Es war einfach. Ich zeigte ihm mein Portemonnaie, dass nur 11 Sloty enthielt, und zeigte ihm noch meine EC Karte mit der Bedeutung, dass wir Geld hätten, aber nicht hier. Er lehnte erst ab, also bauten wir das Zelt ab. Er ahnte wohl, dass er nicht mehr als die 11 bekommen würde, und willigte dann doch ein. Ich gab ihm den Schein. Und er sagte herrisch "Drobny" -"Kleingeld". Da hat er mich ganz nackig gemacht. Anschließend ging er.

20 Sloty für einen Platz im Sumpf
Pole Namiotowie
Doppelplumsklo

Dritter Tag auf See

Datum: 
2011-08-07 22:00
Reise: 
Polen 2011

Es ist schon interessant, wie überstürzt die Pausen zum aufschreiben unterbrochen werden und dass sich die nächste Gelegenheit erst am nächsten Tag bietet. Es soll ja wirklich Leute geben, die Bücher mit auf Reisen nehmen...

Tabak - Erst zurück zuhause erfuhren wir, was dort auf so vielen Feldern wächst.

Zweiter Tag auf See

Datum: 
2011-08-06 13:30
Reise: 
Polen 2011

Das Wetter ist gut, etwas bewölkt und angenehm warm. Die See ist ruhig.

Das Kanu ist so wie erwartet, ein normales Kunststoffding. Die Paddel dagegen sind von einem antiquierten Typ. Sie sind aus Holz und ziemlich schwer.
Mit dem Kanu sind wir hier auch die Ungewöhnlichen. Fast alle anderen haben Doppelkajaks. Im Verleih standen neben den aneren 20 Kajaks auch nur dieses eine Kanu. Die einzig anderen Kanufahrer, die wir gesehen haben, war ein Vierergrüppchen aus Berlin.
Mit denen haben wir auch gemein, dass wir, anders als fast alle Polen, Oberteile an haben. Die Polen scheinen Ganzkörpersonnenbrände zu mögen.

Mähdrescher und Kanu
Abkühlung
altes Haus

Bus nach Stary Follwark

Datum: 
2011-08-05 08:45
Reise: 
Polen 2011

Nach 3min waren wir wieder aus dem Häuschen raus und nach 10min saßen wir im Bus nach Stary Follwark.
Im Bus half uns noch eine junge Frau mit der Verhandlung zur Zielhaltestelle.
Später trafen wir sie wieder, sie saß jetzt hinter der Rezeption des Zeltplatzes.
Nach baden und rumgammeln haben wir ein Lagerfeuer gemacht, Toast gegrillt und Irish Mist getrunken. Der Tag war gut.

Polnische Busse

Aufwachen auf dem Pttk Zeltplatz in Stary Follwark.

Datum: 
2011-08-05 8:34
Reise: 
Polen 2011

Mit der Straßenbahn sind wir gestern zum Bahnhof gefahren. Ein IC brachte uns nach Suwalki, wo wir 12:30 eintrafen. Es gab vor dem gut besuchten Wald-und-Wiesenbahnhof eine große Stadtkarte. Bis zum Busbahnhof waren es noch ein paar Hundert Meter. Dort sollte auch eine Touriinfo sein. Auf dem Weg dorthin pflückten wir Äpfel. Dieses Jahr ist ein Apfeljahr.
Die Touriinfo sah dann mehr aus wie ein Reisebüro. Ich kaufte eine Wasserwanderkarte von der Czarna Hanca. Die gab es sowohl mit einem 7 Sloty als auch mit einem 9 Sloty Preisschild. Ich nahm die billigere. Während die eine Bedienstete am telefonieren war, und dennoch mit uns sprechen wollte, zeigte sich dass sie außer dem Polnischen keiner anderen Sprache mächtig war. Wir konnten uns verständigen, dass wir nach Stary Follwark wollen. Sie rief etwas nach hinten und dort begannen zwei andere zu gestikulieren, dass gleich der Bus auf Haltestelle 5 kommen würde.

Bahnhof Suwalki
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