Matthias Hermsdorf postete am 2018-06-03 22:56 in Beobachtungen, gefrickel, Spielzeug
Druckerzeugnisse des Tages

Heute morgen spielte mein Kind mit der Holzeisenbahn. Sie benötigte ein weiteres Brückenteil. Meine Frau meinte, dass das doch was für den 3D Drucker wäre.

Recht hat sie und damit hatte ich einen Auftrag für den Tag. Jetzt ist es später Abend und die Ausbeute ist gering.

Als erstes schaute ich zu Thingiverse und fand das hier. Mein Drucker hat einen kleinen Bauraum von 10x10x10cm. Für die meisten Sachen reicht es und für Größere gibt es den Makerspace an der SLUB. Die Teile für die Anfangssteigung waren zu zweit in einem Modell enthalten. Der Druck dauerte 2,5 Stunden und zum Mittagessen hatte ich die ersten Teile. Das Ende der Steigung sah so voluminös aus. Ich habe Blender geöffnet und eine Weile herumgestümpert und es nach halben Stunde ratlos geschlossen. Dieses Programm ist vielleicht mächtig in seinen Funktionen. Aber die Benutzbarkeit ist unterirdisch schlecht. Ich hatte ein Loch in das Modell bekommen, musste Polygone reparieren und hatte am Ende ein scharfkantiges Gebilde, das ich so nicht haben wollte.

Den ersten Druck hatte ich mit 0,2mm gedruckt. Das ist der Standardwert des Druckers. Es sieht grob aus und er schafft auch 0,1mm. Die bessere Qualität bezahlt man mit der doppelten Druckzeit. Für den anderen Baustein, den ich auch in 2 Konfigurationen brauchen würde, prognostizierte der Repetierhost mehr als 5 Stunden Druckzeit. Das fand ich dann doch sehr lang. Mit 0,3mm würde es nur 2,5h dauern. Also probierte ich das. Ich hatte ja Zeit. Mein Kind war schon lange zum nächsten Spielzeug übergegangen und bis zur nächsten Eisenbahnfahrt würde es eine Weile dauern.

Das Ergebnis des 0,3mm Druck war schlecht. Die Ebenen lagen nicht immer übereinander. An detailreicheren Stellen hing Stroh heraus. Wahrscheinlich ließe sich das mit ein paar Änderungen in den hundert Parametern optimieren. So war es nicht kinderzimmergeeignet. Aber das ist ein Thermoplast und so habe ich mit einem Feuerzeug die Oberfläche gleichmäßig erhitzt und die Bahnen weich verstrichen. An den meisten Stellen hat die Prozedur geholfen. Zu voluminös war der Baustein real erst recht. Den 2. davon würde ich nicht drucken.

Nach dem Abendessen fand ich das hier. Ein Brückenadapter von Lego Duplo auf die Brio Holzschienen. Das war klein, modular und würde überaus praktisch sein, denn die Holzbrücken sind immer so kippelig. Aber mit Brückenpfeilern aus Lego würde es halten.

Wagemutig positionierte ich gleich 4 verschiedene Modelle im Bauraum. Bei 0,2mm würde das, ... 5h dauern. Bis zum zu Bett gehen wäre das zu viel. Und bisher gab es genug Probleme um den Drucker nicht unbeaufsichtigt zu lassen. Ich wählte die notwendigen 2 und speicherte sie auf der Micro-SD Karte.

Der Drucker kann per Repetierhost über WLAN betrieben werden. Dabei hatte ich immer wieder Verbindungsabbrüche. Über USB war es besser. Aber dann wäre ich an den Schreibtisch gekettet. Etwas Abstand ist schon gut. Das Drucken per Micro-SD Karte war dann doch das zuverlässigste. Über WLAN bekomme ich eine rudimentäre Steueroberfläche, bei der ich Temperaturen und Position regeln kann. Das ist schon praktisch, um später den Druck anhalten und den Druckkopf wegfahren zu können.

Ich wollte nicht zu lange wach bleiben, also schaltete ich schnell den Drucker an und startete den Auftrag.

Eine halbe Stunde später, sah ich das der Boden des einen Teils etwas verbogen war. Ich hatte in Nutzerberichten gelesen, dass sich das Druckbett beim einschalten verzieht, aber nach 5min wäre alles wieder gerade. Hätte ich mal darauf gehört.

Nach 1,5h löste sich das Teil mit dem verbogenen Fuß vom Druckbett und der blinde Druckkopf pumpt das Plaste in die Luft.

Ich habe dann den Druck gestopt und den Schaden weggeräumt. Wenigstens musste ich mir keine Gedanken mehr über den fehlerhaft gedruckten Überhang mehr machen.

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Es ist Rapid Prototyping. Mit viel Übung mit 3D Druck und Kenntnis über das Filament und den Drucker kann man in kurzer Zeit gegenüber klassischen Verfahren Prototypen herstellen. Aber für den hausgebrauch ist das nichts. Mit der Einfarbigkeit könnte ich leben. Selbst mit der Tatsäche, dass ich meine Wohnung mit Plastik anreichere, könnte ich leben. Immerhin will ich nur das Drucken, was ich auch brauche. Und das ist deutlich weniger, als der übliche tägliche Abfall. Aber die Ausschussrate ist zu hoch. Manche Teile funktionieren vom Modell her nicht. Andere sind mies gedruckt.

Ich habe am gesamten heutigen Tag Gleise gedruckt, die ich bei Amazon für 10€ kaufen könnte. So macht das keinen Spaß.

Ich kann mir Vorstellen, das es neben industriellen Anwendungen auch Druckshops geben wird, die bessere Drucker, eine große Auswahl an Filament und viel Erfahrung haben. Dort kann ich mein Modell bestellen und nach 1-2 Tagen abholen. Für die Stadt ist das die beste Lösung. Der Drucker auf dem eigenen Schreibtisch lohnt sich nur, wenn es keinen Profi im Ort gibt.


Matthias Hermsdorf postete am 2018-06-01 18:29 in grün, Sommer
Abendwiese

So beruhigend...


Matthias Hermsdorf postete am 2018-05-30 20:16 in Reisebericht
Eine Sternkarte von 1500

Wir sind schon ein paar Tage zurück und ich kann sagen, dass es schön war. Die Uffizien sind groß und sehr spezialisiert auf Büsten und Marienbilder.

Das Bild oben habe ich im Gallilei Museum gemacht. Es ist wie der Mathematisch Technische Salon von Dresden in groß. Um 1500 schrieb ein Angestellter seinem Stadtherren das man doch jetzt eine Ausstellung von Rüstungen habe. Da könnte man doch auch die ganzen technischen Geräten ausstellen. Das würde auch Touristen anziehen. Und Recht hatte er.

Am interessantesten war aber das Da Vinci Museum. Dort gab es funktionierende Modelle, VR Demos und eine beeindruckende Videoinstallation in einer alten Kirche.

Bildinfo: Das Bild zeigt eine Sternkarte aus Bronze. Man kann Datum und Uhrzeit einstellen und bekommt die Position von ein paar markanten Sternen an den Enden von gebogenen Spitzen angezeigt, kaum anders als heute erhältliche Sternkarten für den Astronomieunterricht. Das Instrument ist für den Breitengrad von Florenz ausgelegt.


Matthias Hermsdorf postete am 2018-05-23 22:05 in
Es gibt keine Graffitis in Florenz

Die Wände und Türen der Häuser haben die Patina der Jahrhunderte. Aber kein einziges Graffiti verunstaltet* die Häuser.

  • Graffitis können gut aussehen. Ich meine hier aber die einfache hässlichen Tags, mit denen rücksichtslos Schönheit zerstört wird.

Matthias Hermsdorf postete am 2018-05-23 21:53 in
Grüße aus Florenz

Diese Stadt ist faszinierend.

Sie ist kleiner als Dresden, aber wesentlich enger und kompakter. Dresden fühlt sich regelmäßig wie eine Ansammlung von Dörfern an. Hier wird seit Jahrtausenden der vorhandene Platz optimiert. Kirchen werden von angrenzenden Wohnhäusern überbaut. Die Gassen scheinen immer schmaler zu werden und mit ihnen die Autos.

Alles ist sauber und alles ist im Verfall begriffen. Und ohne Frost im Winter geht es nur langsam bergab. In Schweden werden die Holzhäuser aller 5 Jahre gestrichen, und die Schweden nehmen es wirklich ernst damit. Sie wissen ganz genau das der Winter kommt. Hier sind die Winter mild und es macht nichts aus wenn eine Fliese gesprungen ist, oder eben mehrere. Das kann man gut den Enkeln überlassen.


Matthias Hermsdorf postete am 2018-05-09 07:59 in gefrickel

Seit gestern sind meine Seiten auch https verschlüsselt.

Vor ein paar Jahren war für mich https zwar sinnvoll, aber sehr kompliziert einzurichten und teuer noch dazu. Let's encrypt hat das deutlich vereinfacht. Und im letzten halben Jahr ist https://www.npmjs.com/package/redbird um ein paar features sinnvoller geworden. Jetzt geht es. Einfach so.


Matthias Hermsdorf postete am 2018-04-20 18:36 in Frühling
Es ist Frühling im Garten

Alle Obstbäume blühen in meinem Garten. Und ich fürchte den späten Frost. Was für ein Glück, dass ich nicht darauf angewiesen bin.


Matthias Hermsdorf postete am 2017-11-06 15:01 in Links, skulptist woanders
meine Hochzeitstorten waren lecker

Von meiner Mutter und die von ihrer habe ich vor Jahren ein kleines Backbuch bekommen.

Ich habe es um meinen Teil erweitert und aktualisiert. Schaut mal auf backbuch.skulptist.de und sagt ob es euch schmeckt.


Matthias Hermsdorf postete am 2017-11-04 19:28 in Badewannengedanken

Was ist hinter diesem Universum. Was war davor da und was wird danach sein?

Ich weiß es nicht so genau, aber ich würde sagen, dass es noch unzählige weitere Universen gibt.

In dieser Welt (das Gesamtsystem), gibt es alles mehrfach. Wenn etwas entsprechend der Regeln möglich ist, entsteht es immer wieder. Wenn etwas nicht möglich ist, wird es nicht entstehen. Es gibt viele Menschen, viele Amöben, viele Bakterien, viele Planeten, viele Galaxien. Und warum sollte es dann nur ein Universum geben. Zumal wir nicht sicher wissen wo es her kommt und wie es sein kann das es da ist. Aber ganz offensichtlich ist es da. Also wird es noch mehrere davon geben.

Aus dem gleichen Grund gibt es nicht den einen Gott, wie er auch immer heißt. Entweder gibt es Götter und dann sind es viele, oder eben nicht. Zumal er uns ja nach seinem Bilde geschaffen hat. Das legt doch nur nah dass es viele sind die sich auch vermehren und Spaß daran haben. Jetzt bringt mich das Konzept von einem Gott nicht weiter. Wenn es viele sind und wenn sie das Universum geschaffen haben, bleibt die Frage bestehen wo die Götter her kommen und wer sie geschaffen hat. Dann kommt die Überlegung auch ohne Götter aus ohne das etwas fehlt.


Matthias Hermsdorf postete am 2017-10-26 07:58 in Beobachtungen

Es ist doch echt deprimierend.

Elektroscooter sind wie besprochen verboten. Hoverboards auch. Und Einräder ebenso. Aber genau das sind die missing Links. Innerstädtisch kann ich bei schönem Wetter viele Orte sehr preiswert erreichen. Aber nein, ich soll für den hundertfachen Preis ein Auto kaufen.

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