Stehen wir auf den Schultern von Riesen oder auf einem Berg aus Schrott?

In einem aktuellen Projekt habe ich 8mb/1500 Dateien von unseren Programmierern geschriebenen Code (inklusive ein paar Bilder). Mit allen Symfony, Typo3, Bower, node-modules, .git Verzeichnissen sind es 250mb/37000 Dateien.

Da stellt sich wirklich die Frage wieviel toten Code und wie viele Lücken man sich mit den ganzen importen erkauft.

Computer gegen Mensch - 3:0

KI schlägt besten menschlichen Go-Spieler 3:0. Siehe Artikel bei Heise

Ich fühle mich plötzlich alt.
Ich komme aus der Zeit als Computer noch große Kisten auf Tischen waren. Computergegner waren lächerlich schlecht.

Go ist ein Spiel mit wenigen Regeln und vielen Möglichkeiten. Zum ersten Mal gewinnt der Computer gegen den weltbesten Spieler.

Es hat sich viel getan in den letzten Jahren. Das ist jetzt nicht der sofortige Untergang unserer Kultur. Ich frage mich aber schon, ob die Menschen in 100 Jahren über uns lachen werden, wie wir über die Menschen von vor hundert Jahren lachen. Zug fahren mit mehr als 30 km/h ist ja bekanntlich auch gefährlich. Ich hoffe es ja. So eine technische Singularität hat schon ihre Schattenseiten.

Sammeln Sie Werbung?

Vorhin bei Rewe an der Kasse während der Kunde vor mir bezahlt:

Haben Sie eine Packbackkarte? Möchten Sie noch Geld abheben? Sammeln Sie treue Punkte?

Geht das dann in ein paar Jahren noch weiter: Wollen Sie noch unseren Newsletter abonieren? Sie könnten noch die Adware installieren?

Die gesamten Handybezahlsysteme sollen das bezahlen beschleunigen. Aber will ich das überhaupt? Das nimmt mir die Zeit zum Einpacken und verschafft der Verkäuferin die Kapazität mir noch weitere Dinge aufschwatzen zu können.

Wir Menschen können die Polarisationsrichtung von Licht wahrnehmen.

Sehr faszinierend. Wikipedia - Haidinger Büschel

Der Wikipediaartikel empfielt LCDs. Mit dem Oled meines Handys geht es aber auch überraschend gut.

Stille in der Strassenbahn

Hier sitzen drei Mädels in der Strassenbahn. Sie sitzen in ihrem Vierer, haben alle ihre Schultaschen auf dem Schoss, die Handys in der Hand und die Kopfhörer im Ohr. Sie schauen stumm aus den Fenstern. Gelegendlich tipppt eine was. Dann ist stoppen wieder alle Bewegungen.

Ist es der Trend unbedingt Musik hören zu müssen mit der Vorsicht den anderen nicht aus den Gedanken zu reißen? Oder ist es einfach die Müdigkeit? Immerhin ist es noch vor 9:00

Böses Finanzamt. Böse böse Kirche.

Wie kann es sein, dass in einem sekulären Staat das Finanzamt die Vereinsbeiträge der Kirchen einziehen und dann Kirchensteuer nennen? Wie kann es sein, dass ein Staat, der laut von Datenschutz und Datensparsamkeit redet, die Spielregeln ändert und alle Banken verpflichtet die Religionszugehörigkeit ihrer Kunden beim Pfinanzamt abzufragen?

Es gibt eine Möglichkeit das für jede einzelnen zu verhindern, doch der Weg ist sehr steinig gewählt.

Das Finanzamt bietet ein Formular "Erklärung zum Sperrvermerk" auf den Seiten der Bundesfinanzverwaltung an. Es ist gut versteckt. Ich fand es erst durch google und nach langem suchen auch über die Seitennavigation.

(Update - der Link der erst hier Stand war nur für 45min gültig. Den Link um die Seite weiter geben zu können gibts nur auf der Übersichtsseite) https://www.formulare-bfinv.de/ffw/catalog/openForm.do?path=catalog%3A%2F%2FBuerger%2Fkirch%2F010156

Dort gibt es ein PDF mit allerlei Funktionen.Es gibt da sogar einen "Barrierefreien Modus", den man mit Alt+9 aktivieren kann. Ich sehe aber keine Veränderung auf der Seite als ein geändertes Rollstuhlfahrericon.

Am Ende muss ich das PDF aber ausdrucken und nach Berlin schicken.

Aus dem Webdesign kenne ich dieses Vorgehen gut. So bietet man Funktionen an zu denen man verpflichtet ist aber von denen man will dass sie keiner Nutzt. Man denke an Fußnoten in 4px Höhe oder nicht auffindbare Hinweise zur Kündigung.

Würde der Staat hier souverän agieren, müssten sich die Kirchen fortant selber ihre Mitgliedsbeiträge kümmern. Aber die aktuelle Lösung spricht doch von starker Lobbyarbeit seitens der Kirchen und Konfliktscheuheit seitens der Regierung.

Also nutzt eure Möglichkeiten und macht es dem System wenigstens etwas schwerer.

Fallen eure Androiden auch in den Sleep of Death?

Ich habe hier ein Nexus 10. Sowohl mit Android 4.x als auch 5.x und einer kleinen Anzahl von Programmen installiert, fällt das Tablet phasenweise in den Todesschlaf. Versucht man nach ein paar Stunden Standby es wieder zu starten, gelingt das nur mit einem Reset durch ein sehr langes Powerbuttondrücken.

Behoben hatte ich das Problem durch das entfernen der richten Programme. Nur ist das immer eine lästige Suche um welches es sich handelt. Ich kann ja nicht mal nach den letzten installierten gehen, weil es permanent Updates gibt. Habe ich den Verursacher gefunden und entfernt, ist wieder für ein halbes Jahr Ruhe. Und dann bringt das nächste Programm so einen Fehler mit. Im Netz fand ich bisher Hinweise vorrangig bei Nexus Geräten. Aber das kann ja verschiedene Ursachen haben.

Habt ihr das Problem auch?
Wie löst ihr es?
Wie kann es überhaupt sein, dass nach 60 Jahren betriebssystemprogrammierens solche Fehler überhaupt auftreten können?

verrechnet sich Amazon?

Heute gesehen auf der Suche nach einer besseren Fahrradlampe. Ein Spitzenangebot von 35000€. Wobei bei den Details das Angebot nicht mehr aufzufinden war.

verrechnet sich Amazon?

Wie sich eine Stadt um ihre Aufgaben drückt

Als Bürger der Stadt Dresden bezahle ich meine Steuern damit die Stadt in meinem Interesse Infrastrukturen schafft. In meinem Fall geht es um einen Kinderkrippenplatz für meine Tochter hier in Dresden.

Dresden brüstet sich damit die Geburtenhauptstadt Deutschlands zu sein, und das seit Jahren. Da sollte man meinen das der Verwaltung klar ist, das man daraufhin Kinderkrippen, Kindergärten, Grundschulen und weiterführende Schulen benötigt. Es kündigt sich ja an das bei einer Garantie auf einen Kitaplatz mit einem Jahr, Kitaplätze in Anzahl der Geburten des Vorjahres benötigt werden. Und aller Voraussicht nach braucht man Jahre später auch Grundschulplätze.

Nun ist die Stadt knapp bei Kasse, oder setzt die Prioritäten so ungünstig, das diese Ziele nur bei geringer Qualität zu erreichen ist.

Wir haben für unsere Tochter einen Kitaplatz jetzt im August bekommen. Sie ist jetzt anderthalb. Vorher hätte es durchaus Plätze am anderen Ende der Stadt gegeben. Und wenn man diesen Abschlägt sagt die Sachbearbeiterin der Stadt "Na wenn sie den nicht nehmen, kann es ja nicht so dringend sein...".

Jetzt ist es soweit, die großen Kinder verlassen die Kindergrippe Richtung Kindergarten. Damit kann nachgerutscht werden und wir bekamen einen Platz. Allerdings gab es diesen Platz erst nachdem die Kita einen Antrag auf Überbelegung beim Jugendamt gestellt hat. Statt den 15 Kindern sonst sind jetzt 17 in einer Gruppe. Und den Lärm in so einer Gruppe kann man sich ja vorstellen.

Weil aber nun nicht alle großen Kinder sofort einen Platz im Kindergarten bekommen und weiter rutschen können, hängen ein paar von ihnen noch in der Kinderkrippe fest. Die Stadt findet das gar nicht so übel. Immerhin ist das Haus damit ja eindeutig eine gemischte Kita. Damit reicht für die größeren Gruppen der Betreuungsschlüssel (Kinder pro Betreuerin) des Kindergartens. Also wurden die Betreuerinnen in ihren Arbeitsstunden herunter gesetzt.
Weil es mehr Kinder sind, braucht braucht man also weniger Betreuer.

Wir sind gerade in der Eingewöhnungszeit. Erst sind ist ein Elternteil permanent dabei. Dann gibt es erste Trennungsversuche. Später werden die Zeiten immer länger.
Jedes Kind ist anders und so war die Zeit mal Flexibel. Heute heißt es: Die Eingewöhnung dauert 4 Wochen.
Vier Wochen? Und das wo unsere Tochter es gar nicht erwarten kann hin zu kommen und nicht mehr weg will? Für mich klingt das nach einer Sicherungsmaßnahme. Falls das Kind doch unruhig wird ist die Mutter sofort erreichbar. Die beiden Erzieherinnen pro Gruppe haben ja noch 16 andere Kinder zu versorgen.

Weil schon klar ist das es ganz schön viele Kinder pro Erzieher sind, sind die Kitas jetzt zu offenen Konzepten verpflichtet. Die Türen stehen offen und die Kinder dürfen sich ihren Spielplatz aussuchen. Das klingt auf den ersten Blick vielleicht nett. Mir scheint es aber eine weitere Absicherung zu sein. Wenn eine Erzieherin sich doch mal um ein Kind intensiver kümmern muss, sind ihre 7 weiteren Kinder auf die anderen Räume aufgeteilt. Dann ist es der Standard und man muss sich nicht mehr dafür rechtfertigen, dass die anderen Gruppen um so voller sind.

Dann ist da noch das liebe Geld. Im Betreuungsvertrag legt meine eine genaue Stundenzahl fest. Überschreitet man diese Zeit 3x im Monat um mehr als 5min wird der Vertrag automatisch zur nächst höheren Stundenzahl angepasst. Andererseits ist für die Eingewohnungszeit eine Zeit von 6h fest gelegt, doch diese wird erst in der letzten Woche erreicht. Bis dahin bezahlt man deutlich mehr als man als Leistung bekommt. Hier wird auch mit zweierlei Maß gemessen. Das erinnert mich irgendwie an schlechte Handyverträge.

Ich bin gespannt wie das weiter geht. Der Neustadt-Ticker hat einen Artikel zu übervollen Grundschulen und die Tochter unserer Nachbarn hat jetzt einen Platz im neu gegründeten Gymnasium Dresden Süd West bekommen, dessen Schulgebäude wahrscheinlich ab 2016 gebaut wird. Bis dahin fährt die Fünftklässlerin eben pro Fahrt eine Stunde mit der Straßenbahn.

Wenn alles nur eine Frage der Prioritäten ist, dann wurde Bildung vom Stadtrat bisher sehr gering eingestuft.

Inhalt abgleichen